net.art

Das erste Leben der Netzkunst: UBERMORGEN, JODI, Vuk Cosic, Olia Lialina
 JODI.ORG, 1995  www, browser
 Desktop IS , 1997 Online exhibition of users' desktops Curated by Alexei Shulgin
 UBERMORGEN Clickistan , 2010
 Olia Lialina My Boyfriend Came Back from the War, online since 1996
 JODI 404.jodi.org, 1998
 Vuk Cosic Psycho

Solange die Geschichte der Kunst von Museen, Galerien und dem Markt geschrieben wird, ist net.art nicht angemessen bewertbar. Viele Künstler dieser 1990er-Bewegung sahen im Internet eine Möglichkeit, die Maschinerie des Kunstbetriebs zu umgehen oder machten Arbeiten, die schwer auszustellen und unmöglich zu verkaufen waren. Doch net.art liefert immer noch eine essenzielle Kritik unserer Beziehung zum Internet und ist überzeugender Beweis dafür, dass man Kunst von innen heraus in Frage stellen kann. Da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, formuliert Domenico Quaranta ausgehend von der Publikation „Introduction to net.art (1994–1999)“ der Künstler Natalie Bookchin and Alexej Schulgin vier kurze Hypothesen.
Die net.art Protagonisten UBERMORGEN, JODI, Vuk Cosic und Olia Lialina antworten in einem kollaborativen Dokument mit ihrer Sicht auf die Zeit.

 

Domenico Quaranta: Wir haben 2016. Nach einigen Jahren Zurückhaltung der Mainstream-Kunstwelt erscheint bei MIT Press ein Buch über Künstler, die mit dem „Massenmedium“ Internet arbeiten, einige große Institutionen haben sich zur digitalen Revolution zu Wort gemeldet, Post-Internet ist Schnee von gestern, und ein Galerienverband hat ein Manifest über die Zukunft des Kunstmarkts veröffentlicht, wo verkündet wird, dass bald niemand mehr über Digitalisierung sprechen wird. Es kann sich offenbar keiner mehr daran erinnern, dass vor nicht allzu langer Zeit die Entscheidung eines Künstlers im Internet zu arbeiten, bedeutete, die Kunstwelt hinter sich zu lassen, den institutionellen Rahmen und den Markt zu vergessen, Kunst und Leben zu verbinden, mit Identitäten und Rollen zu spielen, nicht-hierarchische Communities zu gründen und die Kunst an ein großes Publikum zu richten, das sie wahrscheinlich nicht einmal als solche wahrnimmt. [Olia Lialina: Ich würde gerne hinzufügen, dass es auch das Gegenteil gab. Das Internet konnte auch ein Ticket in die Kunstwelt sein.] Die Geschichte dieser Bewegung wurde schon oft erzählt, aber es ist immer noch schwierig, ihren Platz in der Geschichte zu bestimmen, die mit dem großen „G“. [Vuk Cosic: Das ist St. Perec, und man sollte es auf Französisch schreiben, weil es da viel schöner ist, l’histoire avec sa grande hache.] Dieser kurze Beitrag wird natürlich nichts ändern. Es ist nur ein bescheidener Versuch, Licht auf ein paar Themen zu werfen, die die erste Welle internetbasierter Kunst bestimmten; ihren Stellenwert in der jüngsten Kunstgeschichte zu verstehen; zu zeigen was ihr Erbe ist und was davon in einer komplett veränderten Umgebung geblieben ist.

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GEMEINSCHAFT UND INDIVIDUUM 

Der faktische Tod des Autors […]
Konkrete Eigenschaften von net.art
1. Das Bilden von Künstler-Gemeinschaften über Länder und Disziplinen hinweg
2. Investment ohne materielles Interesse
3. Kollaboration ohne Rücksicht auf die Aneignung von Ideen […]
— Bookchin / Schulgin

Domenico Quaranta: net.art entstand als Diskussionsthread in Mailinglisten, vor allem in der von Geert Lovink, Pit Schultz und Nils Röller gegründeten Kunst- und Aktivismus- Mailingliste Nettime, die im Herbst 1995 online ging. Vom ersten Nettime-Treffen auf der Venedig Biennale 1995 an wurde ein soziales Setting IRL geschaffen, wo am künstlerischen und kommunikativen Potenzial des Internets Interessierte ihre Arbeitsweisen diskutierten. Als körperlose Umgebung, wo der Künstler nur ein Name war, ein Nickname oder ein Domainname, und die Kunstwerke (als verteilbare) Listen von Files und Strings von Bits, stellte das Internet anfangs Entpersönlichung und Anonymität über Autorschaft und Selbstvermarktung, Gemeinschaft über Individualismus. Als Raum mit freiem Zutritt und ohne Anerkennungshoheit von Institutionen, animierte es Künstler, Plattformen, Netzwerke, Verzeichnisse und Gemeinschaftsprojekte zu entwickeln, um ihre Bemühungen innerhalb einer breiteren Praxis zu kontextualisieren. JODIs „Map“ (1995) war ein zweckentfremdetes Unternehmensdiagramm, das die Verbindungen zwischen verschiedenen net.art- und aktivistischen Webseiten darstellte. Dafür, wie wichtig Community in der frühen net.art war, gibt es viele Beispiele: Alexej Schulgin entwickelte eine Vielzahl von kollaborativen Projekten, von „Refresh“ (1996), eine Kette verschiedener Künstler-Webseiten, die durch automatisches Aktualisieren miteinander verbunden, wurden) bis zu „Desktop IS“ (1997–98), eine Desktop- Sammlung von Leuten um net.art; Olia Lialinas Teleportacia (1997), die erste Online-Galerie für net.art; Heath Buntings „Irational“, eine 1996 gegründete Community und ein Server für Künstler; oder Vuk Ćosićs und 0100101110101101.ORGs Remixes von Arbeiten anderer net.art-Künstler.

UBERMORGEN: Mittlerweile sieht man net.art als echte Avantgarde-Bewegung, die viele der Ideen entwickelten, die später von der digitalen Kunst, aber auch von der Internet-Ökonomie als Gesamtes, aufgegriffen und kommerzialisiert wurden. Wir wollen hier zwei Arbeiten von der Gruppe etoy hinzufügen: „etoy.TANKS-SYTEM“ (1994–1997), eine absurde und redundante Metapher einer digitalen Infrastruktur aus Tanks (Inhalt) und Pipelines (Transport), die darauf aufbaut, wie Hyperlinks es möglich machen, von Webseite zu Webseite zu springen ohne den physischen Raum durchqueren zu müssen; sowie den Hack „digital hijack“ (1996), wo wir Eingaben in Suchmaschinen manipulierten, um frühe Internet-User zu entführen und zu unserer Dark-Entertainment-Plattform zu bringen. Außerdem lizvlxs und Andrea Mayrs Webseite 194, ein faustsches (E-)Mail-Kunst-Manipulationssystem mit einer denunziatorischen Komponente und einer besonders User-unfreundlichen Umgebung (basierend auf IP-Adressen, User Data als Währung). Das sind drei Beispiele von unhierarchischem Netzwerkdenken in einer Gruppe von Künstlern, vorwiegend aus Osteuropa (inklusive Wien).

Olia Lialina: Es war ein besonderer Moment in der Geschichte, als man als Künstler Kurator war, Systemadministrator, Kunstkritiker, Archivist oder Vandale der eigenen Arbeit. Aber nicht nur Netzkünstler haben so gearbeitet. Fast alle, die erste Webseiten machten, bewegten sich in unbekannten Gewässern und Berufen, was in sehr vielen Fällen das Leben eines Menschen komplett veränderte.

JODI: Go_FUww XX1QqYR9elves- AelARTiRAtes#Ar t rat racesr s. be=4nnti/NATi aa.itn/re:______ wwwwwwwww.jodi.org * reg.8aug1995 WHOIS jodi.orgCOmeonView_ ToplessLL--SOURCe Tools%20Web_Developer%20Page_ Source <html><title> %Location | http:// wwwwwwwww.jodi.org </title> <BODY BGCOLOR=”#000000” TEXT=”#00ff00” LINK=”#00ff00” V L I N K = ” # 0 0 f f 0 0 ” ALINK=”#ffffff”> <font size=5> <CENTER><blink><b> <A HREF=”100cc/index.html”>

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Vuk Cosic: Ich stimme JODI zu. net.art war die letzte Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Sie lieferte einschneidende Beiträge zur Geschichte, wenn sie auch zwangsläufig naiv war – entweder man spürte das Feuer oder eben nicht. Wir waren uns dessen bewusst, dass wir zwei wichtige Worte (Internet und Kunst) in einem Satz zusammenführten, oder eher zu einem neuen Wort (Pit Schultz prägte das Wort net.art). Wir alle hatten damals schon Erfahrung mit dem Kunstsystem und waren von der Aussicht angetan, außerhalb davon zu arbeiten. Kunst zu machen war für mich genauso wichtig wie die Mailinglisten und Events zu organisieren. Die historischen Avantgarde-Bewegungen mit ihrem Freiheits-Virus waren wichtige Inspirationsquellen, aber auch das traurige Schicksal der hyper-appropriierten Grunge-Bewegung. (Erinnert Ihr Euch? Als diese Leute in Eichhörnchenjagd-T-Shirts gute College-Musik spielten, aber in Lichtgeschwindigkeit zu Mainstream und die Kunst und Künstler dabei zerstört wurden …) Das Gebot war also zu erfinden und zu verschleiern. Es war ein Adrenalinrausch als erster hinaus in den Schnee zu laufen, während die Scharfschützen dich von hinten beobachteten.  

NICHT IM RAHMEN DER KUNST

0% Kompromiss
a. Über die Beibehaltung der Unabhängigkeit von institutionellen Bürokratien
b. Über das Arbeiten ohne Marginalisierung und das Erreichen eines substanziellen Publikums, Kommunikation, Dialog und Spaß
— Bookchin / Schulgin

Domenico Quaranta: Da sie in einem öffentlichen Raum und mit damals noch nicht als künstlerisch verstandenen Mitteln arbeitete, hatte die frühe net.art ein Potenzial – und nutzte es extensiv – wie kaum eine andere radikale Kunstform des 20. Jahrhunderts: nämlich mit einem breiteren, allgemeinen Publikum konfrontiert zu sein, das nicht unbedingt das, was da geschah, als Kunst erkannte, aber als etwas Bedeutungsvolles oder -loses. Sich nicht als Kunstprojekt zu labeln, machte JODI zu einer Legende im Netz, die von Usern in verrückten, überschwänglichen YouTube-Videos diskutiert wurde, und eine Menge nicht-professioneller Kunstkritik sammelte. Ein Projekt wie UBERMORGENs Webseite „Vote-Auction“ (wo Stimmen für die US-Wahl 2000 verkauft wurden) wurde nicht als Performance sondern als Ereignis „ernst genommen“, das in der Öffentlichkeit diskutiert wurde und über Zeitungen und das Fernsehen Millionen Menschen erreichte.  

UBERMORGEN: In den 90ern war es für uns noch extremer. Wir wollten nie Künstler sein, sondern Punk/Drogen/Techno-Forschende, völlig neue Welten entdecken und Dinge sehen und fühlen wie niemand davor. LSD und das Internet waren dafür eine sehr wirkungsvolle Kombination. 

Vuk Cosic: Ein gebildeter Freund erklärte mir das 1995 als klaren Fall eines fehlenden Bedeutungszusammenhangs. Seinen (neuen Netscape 2) Browser mit blinkenden Gifs zu crashen oder ganze Seiten zu kopieren, waren Taktiken, die eigene Online-Erfahrung zu beeinflussen. Man könnte sagen, wir haben absichtlich Erwartungen nicht erfüllt. Und es stimmt, dass der Gegenstand der Recherche die Welt war, und nicht das Schöne oder Erhabene. Wenn man sich heute unsere zwanzig Jahre alten Arbeiten ansieht, hat man das Gefühl Apollinaire zu lesen oder die Sex Pistols zu hören. Man versteht es, aber ohne Kontext ist es nur ein Fragment.

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ALLES IN ALLEM

Alles in einem:
a. Das Internet als ein Medium für Produktion, Publikation, Distribution, Werbung, Dialog, Konsum und Kritik
b. Auflösung und Umwandlung von Künstler, Kurator, Brieffreund, Publikum, Galerie, Theoretiker, Kunstsammler und Museum.
— Bookchin / Schulgin

Domenico Quaranta: Verglichen mit der traditionellen Kunstwelt, ihren Theorien und Begrifflichkeiten, ihrer sozialen Unterscheidung verschiedener professioneller Rollen und ihrer materiellen Unterscheidung zwischen den Kontexten der Produktion, der Ausstellung, der Diskussion und der Kritik, wirkte das frühe Web wie eine Wildnis, wo eine einzige Person oder Plattform verschiedene Rollen einnehmen konnte. Wenn es keinen Unterschied zwischen einer persönlichen Homepage, einem Museum und einem Magazin gibt, kann eine einzige Webseite das alles zugleich sein. Wo du das bist, was du zu sein behauptest, kannst du sein, was auch immer du willst, indem du einfach deinen Namen oder deine Selbstbeschreibung änderst. Man kann seine eigenen Kriterien aufstellen und seinen eigenen Kunstpreis vergeben. Man kann Künstler und Galerist sein, Künstler und Kurator, Künstler und Sammler. Man kann eine Domain kaufen und seine eigene Whitney Biennale machen. Man kann seinen Namen ändern und Kritiken über die eigene Arbeit schreiben.

UBERMORGEN: Das war tatsächlich einer der wichtigsten Aspekte: Wir konnten unsere Identität frei bestimmen, um anonym zu handeln und uns alles anzueignen was wir wollten. Das führte zu einem Ausmaß an Freiheit und Handlungsfähigkeit, das einzigartig und subversiv zugleich war.

Olia Lialina: Im Rückblick habe ich das Gefühl, es ging nicht um „können“ sondern um „müssen“: Man musste die Rollen wechseln, Namen ändern, neue Domains anmelden, von Server zu Server gehen, seine „Page“ überarbeiten und neu konzipieren.

Vuk Cosic: Es war ein Spiel, in dem andauernd subversive synästhetische Ideen unter den fünf Menschen auf der Welt ausgetauscht wurden, die sie verstanden; was das Produzieren der Arbeit betrifft genauso wie ihr soziales Leben. (Hey, ich finde, Alexej [Schulgin] und Heath [Bunting] fehlen in diesem Text-Raum, auch Rachel [Baker] und Josephine [Bosma] und Pit [Schultz] und Geert [Lovink]: Warum sprechen wir eigentlich nicht über Freundschaft?) In vielen Arbeiten ging es um die Technologie selbst, aber ganz schnell – schon am ersten Nachmittag – ging es auch um Identität, Gesellschaft, Politik und andere nicht-ornamentale Themen, die auf Nettime von uns, von Schreibern, Journalisten, Aktivisten und Denkern mit scharfem Verstand heiß diskutiert wurden. Es ist ganz entscheidend, die Geschichte von net.art nicht von der Mailingliste Nettime zu trennen.

JODI: !!!Include NETTIME-L ARCHIVE URL !!! ;) ==>: 0000;)) https://nettime.org/Lists-Archives/ nettime-l-9510/threads.html

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TEMPORÄRE AUTONOME ZONE 

TAZ (temporäre autonome Zone) der späten 90er: Anarchie und Spontaneität!
— Bookchin / Schulgin

Domenico Quaranta: Als „ultimativer Modernismus“ passte es, dass net.art auf die Postmoderne folgte. Man wusste, dass die Autonomie nur temporär sein konnte, begrenzt in Zeit und Raum. Wie alle radikalen Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts musste sich auch net.art bald zwischen Eingliederung und dem Verschwinden im subkulturellen Untergrund entscheiden. Dieses Bewusstsein führte dazu mit der eigenen Historisierung und Institutionalisierung zu spielen, und den eigenen Tod zu verkünden, als um 1999 die institutionelle Anerkennung begann.

UBERMORGEN: Wir waren zu der Zeit in San Francisco, wo wir mit verdrogten Hippie-Tech-Milliardären herumhingen, die eigene Glasfaserleitungen zu ihren Hausbooten hatten. Für einen osteuropäischen Geist war die kalifornische Ideologie eine Luftblase mit Turbokapitalismus-DNA. Wir lachten nur darüber. Aber heute lachen wir nicht mehr. Die Herrschaft der Firmenform wurde in allen Industrien bestimmend, und es war nur eine Frage der Zeit bis das Internet von Black Knights und Cowboys überfallen werden würde, weil die Stärke des Protokolls (TCP/IP) zugleich seine Schwäche ist, ähnlich wie TOR (Onion-Routing) heute. Es ist kein Zufall, dass beide Systeme von US-Militärbehörden entwickelt wurden – physisch und philosophisch sicher und verletzlich zugleich.

Olia Lialina: Dieses Totsagen von net.art … ich mochte es schon 1999 nicht, und auch heute nicht. Es hat die Funktion, Dutzende Künstler auszuschließen, die in den schwierigsten Zeiten als Netzkünstler weiterarbeiteten, die keine Anbindung an net.art hatten und auch nie davon gehört hatten.

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Vuk Cosic: Ich war der Geschichtsfreak der Gruppe und habe einige dieser Sünden begangen. Wir dachten, dass wir uns selbst den Namen geben, den Pantheon bilden und viel schneller sein müssten als der Mainstream (ja, wir lasen auch Paul Virilio). Wir sahen es als einzige Möglichkeit von Freiheit, schneller zu verstehen, schneller zu handeln und schneller wieder zu gehen (sehr ähnlich der TAZ). net.art war zeitbasiert, viel mehr ein Lebensexperiment als eine Fabrik für Online-Produkte (wie die Ausstellung „Electronic Supertimehighway“ in der Whitechapel Gallery in London vor kurzem behauptete). Das Verkünden des Todes war wichtig, weil es zu unserer passionierten Ablehnung des Kunstsystems gehörte. Es kennzeichnete das Ende der Heroischen Zeit. Heath Bunting sagte einmal über Nettime, dass es aufhörte Community zu sein und zu einem Publikum wurde. Wir versuchten in diese Dynamik einzugreifen. Es war kein Zufall, dass wir nach Nordamerika mit seiner kalifornischen Ideologie und den Start-up-Derivaten gingen, um net.art für tot zu erklären. Heath, Alexej und ich gaben es während der Pressekonferenz in Banff im Frühling 1998 bekannt. So einfach war das.

JODI: WWW.we DIDand/DO_NOT_ LOOSE.neverWINS.com@ALlways-.. ORG/@..Xe=-$n.et.HTML 9(Google.G.&SPry.net.is1100%Boringtemp. BULL.SEA-->>Ne.ARt has_the Emo&M indPOWWWer=- FOREVER//WRONG=STRONG /EERRR >>>????? HTTP:?/HEr#So-ryhiSTorryNOtance:/~ zzz9oogle.SPy ry.ITcom0.0.0.0----- Net.Art1.1.1.1.1 

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VUK COSIC (*1966 in Belgrad) ist Künstler, Kurator und Mitbegründer der Mailinglisten Syndicate und 7-11 sowie des Ljubljana Digital Media Labs. In „Documenta Done“ (1997) kopierte er die offizielle Webseite der Documenta X und erklärte sie zu seinem Readymade. In den frühen 90ern arbeitete er an „ASCII-Art“ – mittels einer eigens entwickelten Software übertrug er berühmte Bilder und Filmsequenzen in Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen. Er lebt in Ljubljana.

JODI (oder jodi.org) wurde 1994 von Joan Heemskerk (*1968 in Kaatsheuvel, NL) und Dirk Paesmans (*1965 in Brüssel) gegründet. Sie zählen zu den ersten Künstlern, die den Browser als künstlerisches Mittel verwendeten, beispielsweise in wwwwwwwww.jodi.org (1995), wo scheinbar bedeutungsloser Text sich im Quellcode als ASCII-Zeichnung einer Atomwaffe entpuppt. Ihre Arbeiten sind oft Netz-Störer, außerdem gibt es von ihnen Videospielmodifikationen und Softwarekunst. Sie leben in Dordrecht, NL.

OLIA LIALINA (*1971 in Moskau) ging mit ihrer Webarbeit „My Boyfriend Came Back From The War“ (1996) in den Netzkunst- Kanon ein. In der auf interaktiven Hypertext basierenden Erzählung verteilt auf verschiedene Frames nähert sich ein Paar nach längerer Trennung wieder aneinander an. Lialina ist Professorin für New Media an der Merz Akademie in Stuttgart. Mit dem amerikanischen Künstler Cory Arcangel kollaboriert sie diesen Herbst für eine Ausstellung bei Western Front in Toronto und The Kitchen in New York.

DOMENICO QUARANTA (*1978 in Brescia, IT) ist Autor, Kritiker und Kurator. Er ist Mitbegründer der kuratorischen Plattform Link Center for the Arts of the Information Age und veröffentlichte „Beyond New Media Art“ (2013), „In Your Computer“ (2011), „Media, New Media, Postmedia“ (2010), und „Net Art 1995–2005“ (2004). Er lebt in Brescia.

UBERMORGEN sind lizvlx (1973 in Linz ) und Hans Bernhard (*1971 in New Haven, US). Die 1995 gegründete Künstlergruppe wurde mit „Media Hacking“-Performances wie „Vote-Action“ (2000) bekannt, die US-Bürgern den Verkauf ihrer Wählerstimme bei der Präsidentschaftswahl über eine Online-Auktionsplattform ermöglichte. Für „Google will eat itself“ (2005) platzierte die Gruppe über Googles Ad- Sense-Programm Anzeigen auf einer Vielzahl von Webseiten, für die sie durch Fake-Klicks Einnahmen lukrierten, die sie wiederum direkt in Googleaktien investierten – um die Firma in 202.345.117 Jahren komplett zu besitzen. Sie leben in Wien und St. Moritz.

Aus dem Englischen von Roland Bartl