#48 Sommer 2016

Das virale Internet ist ein Kaninchenloch, in dem die Wahrheit verschwindet. Einige von uns wollen gesehen werden, andere nicht. In dieser Ausgabe versammeln wir neue zeitgenössische Archetypen: Den Flüchtling, die 1% oder den Dieb. Dean Kissick erforscht die Microcelebrity, Armen Avanessian fragt sich, ob wir nicht alle Schläfer sind. Barbara Casavecchia sucht in ihrem Leitessay künstlerische Strategien für reduzierte Sichtbarkeit und mehr Verschwiegenheit. Und Nina Power schreibt darüber, was es bedeutet, heute Feministin zu sein. Außerdem: Hans-Jürgen Hafner über das unfassbare Werk Arnulf Rainers, Suzanne Cotter spricht mit Tenzing Barshee über Trisha Donnellys Arbeit. Ein Interview mit Nathalie du Pasquier. Diese Ausgabe ist dem Rat Bertolt Brechts gewidmet: „Verwisch die Spuren!“

Gesellschaft am Ende
Matias Faldbakken schreibt dem australischen Bushranger Ned Kelly einen Brief
Views
aus Bregenz, Zürich, Basel, Warschau, London, New York, Lissabon, Wien, Salzburg, Frankfurt
Seduction
oder Dinge, die wir mögen: Von Chus Martinez, Martin Heller, Adriana Lara, Felix Gaudlitz, Verena Gillmeier
Architektur
Ist Aktivismus der Nachfolger der Kritik? Nick Axel war bei der Architekturbiennale in Venedig und fand eine Fülle von Entwürfen mit dem Anspruch, die Welt besser zu machen
Musik
Lana del Rey und die Grenzen der Sprache. Ein Liebesgedicht von Jon Leon
Film
In ihren Filmen setzt die Theoretikerin Susan Sontag ihre Gesellschaftskritik anders um. Von Sabeth Buchmann
Field Notes
Vielleicht sind wir alle Schläfer, die sich im Alltagsleben tarnen und auf ihren wahren Auftrag warten. Ein paar spontane Überlegungen von Armen Avanessian
Q/A Nina Power
Was heißt es heute Feministin zu sein?
Field Notes
David Simpson nähert sich der Figur des Flüchtlings über die lange Geschichte der Begegnung mit Fremden in der westlichen Kultur
Portrait Trisha Donnelly
In ihren Arbeiten überlagern sich Material und Kontext, die Bedeutungen und Energien fließen. Ein Gespräch mit der Kuratorin Suzanne Cotter von Tenzing Barshee
Portrait Arnulf Rainer
Von der surrealistischen Écriture automatique beeinflusst entwickelt er seine obsessiven Übermalungen zwischen Aggression und Therapie, Zerstörung und Korrektur. Von Hans-Jürgen Hafner
Portrait Nathalie Du Pasquier
Mit dem Kollektiv Memphis erfand sie in den 80er Jahren die Postmoderne des Designs, danach begann die Künstlerin zu malen. Timo Feldhaus traf die Autodidaktin zum Gespräch
Postkarte
aus Marseille von Davide Stucchi
Essay
Die Microcelebrity ist Heldin unserer Zeit. Im Gespräch mit Deanna Havas und Bunny Rogers wird ein Phänomen erforscht, das das Wesen des Ruhms völlig verändert. Von Dean Kissick
Q/A Ariana Reines
Wer wird unser Retter sein?
Field Notes
Der Kritiker Bob Nickas imaginiert Manhattan als ein Museum, zwischen Real Estate und Geschichte, zwischen Lifestyle und Kunst
Bildbeiträge von
Villa Design Group, Carissa Rodriguez, Christina Ramberg, Kaspar Müller, Pavel Büchler
Exhibition Histories
Marcel Broodthaers wurde mit seiner ersten Einzelausstellung „Moi aussi, je suis demandé ...“ in der Brüsseler Galerie Saint Laurent 1964 vom Dichter zum Künstler. Von Alexi Kukuljevic  
One Work
Jay Sanders spricht mit Jill Kroesen über das Improvisations-Epos „Stanley Oil and His Mother: A Systems Portrait of the Western World“, das 1977 in The Kitchen uraufgeführt wurde
Artist's Favourites
von Nina Beier