Secession

 Francis Alÿs, Le temps du sommeil (Detail), (1996–) 111 Malereien Öl, Wachs, Buntstift, Collage auf Holz ca. 11,5 x 15,5 cm Courtesy der Künstler und Galerie Peter Kilchmann, Zürich

Francis Alÿs, Le temps du sommeil (Detail), (1996–)
111 Malereien
Öl, Wachs, Buntstift, Collage auf Holz
ca. 11,5 x 15,5 cm
Courtesy der Künstler und Galerie Peter Kilchmann, Zürich

Über Francis Alÿs, die Erzählbarkeit von Malerei und “Le temps du sommeil” in der Secession Wien. Von Klaus Speidel

Auf der Aktion „Kunst und Revolution“ im Juni 1968, als die Wiener Aktionisten im Hörsaal 1 der Uni Wien urinierten, masturbierten und kotzten, hielt der 32-jährige Oswald Wiener begleitend eine Rede über das Verhältnis von Sprache und Denken. Ein Jahr später erschien die literarische Montage „die verbesserung von mitteleuropa. roman“. Mit ihren Ausführungen zu Linguistik und Kybernetik liest sie sich heute als verblüffende Vorwegnahme von Internet und Virtual Reality. Später wandte sich Wiener dem Dandy zu, der in der Kultivierung der Selbstbeobachtung den Unterschied zur Maschine wahrt. Hans-Christian Dany besuchte ihn in der Steiermark und sprach mit ihm über den eigenartigen Stillstand in Kunst und Wissenschaft im digitalen Zeitalter.