Der Niedergang der Zukunft

Gespräch zwischen Gavin Brown & Daniel Baumann
 Gavin Brown (links) und Daniel Baumann (rechts)
 From therealstarkiller #9, 2014, Frances Stark , Archival inkjet prints 18 x 18 x 3 cm, Courtesy of the artist and Marc Foxx Gallery, Los Angeles; Foto Robert Wedemeyer, 2014
 From therealstarkiller #353, 2014, Frances Stark ,  Archival inkjet prints 18 x 18 x 3 cm, Courtesy of the artist and Marc Foxx Gallery, Los Angeles; Foto Robert Wedemeyer, 2014
 From therealstarkiller #848, 2014, Frances Stark ,  Archival inkjet prints 18 x 18 x 3 cm, Courtesy of the artist and Marc Foxx Gallery, Los Angeles; Foto Robert Wedemeyer, 2014
 From therealstarkiller #651, 2014, Frances Stark ,  Archival inkjet prints 18 x 18 x 3 cm, Courtesy of the artist and Marc Foxx Gallery, Los Angeles; Foto Robert Wedemeyer, 2014
 From therealstarkiller #431, 2014, Frances Stark ,  Archival inkjet prints 18 x 18 x 3 cm, Courtesy of the artist and Marc Foxx Gallery, Los Angeles; Foto Robert Wedemeyer, 2014
 From therealstarkiller #1169, 2014, Frances Stark ,  Archival inkjet prints 18 x 18 x 3 cm, Courtesy of the artist and Marc Foxx Gallery, Los Angeles; Foto Robert Wedemeyer, 2014

Der New Yorker Galerist Gavin Brown und der Schweizer Kurator Daniel Baumann versuchen sich einer unromantischen Betrachtung des Kunstmarktes. Das ist gleichzeitig deprimierend, unterhaltend und lehrreich. Auf in den Niedergang der Zukunft!

Daniel Baumann: Ende der 90er Jahre tauchte eine Gruppe junger Galerien auf, deine, die Andrea Rosen Gallery, Petzel Gallery, Toby Websters The Modern Institute, Sadie Coles HQ, Maureen Paley, Galerie Eva Presenhuber, neugerriemschneider, Esther Schipper, Air de Paris, Galleria Franco Noero, Casey Kaplan Gallery und andere. Gemeinsam und in Konkurrenz zueinander bildeten sie eine neue Szene; sie war international, schnell, machte Party und baute eine neue Generation von Künstlerinnen und Künstlern auf. Manche waren aktiv an der Gründung der Basler Liste 1996 beteiligt, die „Mutter“ aller Alternativmessen, deren Erfolg Druck machte auf die Weiterentwicklung des „Statement“-Formats der Art Basel, das im selben Jahr eingeführt wurde. Der Markt wuchs, ihr wart mit dafür verantwortlich, dass eine neue Generation von Sammlern sich etablierte und dass zeitgenössische Kunst zu einem begehrenswerten Lifestyle wurde. Heute fragt man sich, wo eigentlich die nächste Generation von Galerien ist. Kann man es überhaupt noch so machen wie ihr? Oder war es ein einmaliger Augenblick und das Ergebnis einer bestimmten wirtschaftlichen Situation? Sind junge Galerien zum Scheitern verurteilt, seit erfolgreiche Künstler innerhalb kürzester Zeit von größeren Galerien übernommen werden?

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Gavin Brown: Das ist eine furchteinflößende Bande, die du hier erwähnst. Ich mag sie alle sehr, aber der Gedanke, historisiert zu werden, macht mir Angst und ist deprimierend. Aber ich bin da durchgegangen. Du hast Basel erwähnt, der perfekte Schauplatz, um den Leuten Jahr für Jahr beim Älterwerden zuzusehen. Jedes Jahr derselbe Ort. Die gleichen Nachbarn. Die gleiche Kunst auf den gleichen Wänden, Jahr um Jahr um Jahr. Jeden Juni bist du wie alle anderen ein Jahr älter. Dann plötzlich, in einem dieser Jahre, schaust du dich um und bemerkst, dass du nicht mehr das freche junge Ding bist, das du einmal warst. Das Spöttische ist nicht mehr angebracht. Man macht einfach zu viel Geld. Oder auch nicht. Und – das wilde Partyleben – das wirklich Spaß machte, wurde von $warofsky und Smegjets übernommen. Und – ich werde nicht einmal mehr eingeladen. Das ist wirklich verwirrend. Und es ist schlecht für das Selbstwertgefühl. Alt und nicht cool. Ich habe mich ängstlich gefragt, wann und wo die junge Galerie auftauchen würde, die mich so sieht, wie ich jemanden gesehen hätte, nämlich als Angriffsziel. Als dann jahrelang nichts passierte, dachte ich, wir hätten das Ende der Geschichte erreicht. Ein perfekter Fukuyama Kunst/Geld Moment. Ich dachte „wir“ – die Gruppe, von der du gesprochen hast – haben uns gerade noch hineingequetscht, bevor alles stagnierte. Und dass es nie wieder interessante Galerien geben würde. Ich bekam graue Haare und hatte immer noch das Gefühl, dass jede neue Galerie nach uns „Galerie“ mit „Karriere“ verwechselte. Sie machten den Eindruck, als würden sie darauf warten, vorgelassen zu werden. Als würden sie darauf warten, ins Eckbüro zum Meeting mit ihrem Boss gerufen zu werden, um zu erfahren, dass sie zum „Vizepräsidenten für Kundendaten und Management Information Koordinator“ befördert werden. Vor einiger Zeit hat sich offenbar etwas verändert – einige freche Neuankömmlinge sind aufgetaucht und haben offenbar nicht den nötigen Respekt vor den Älteren. Zum Glück. Also ja – in jeder Generation, zu jeder Zeit, Widerstand muss immer möglich sein. Das ist essenziell. Es ist die Pflicht jeder Generation, Widerstand zu entwickeln und auszudrücken. Werden sie scheitern? Scheitert man, wenn ein „erfolgreicher“ Künstler von einer größeren Galerie übernommen wird? Ich glaube nicht, dass Scheitern so definiert werden kann. Genauso wenig wie Erfolg.

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DB: Lass uns das etwas schwärzer sehen. Man sagt, dass sich der Markt zwischen dem Globalen und dem Lokalen aufteilt, zwischen globalen Bierfirmen und Mikrobrauereien. Der Kunstmarkt ist eine Ausnahme, es gibt da immer noch mittelgroße Galerien wie die oben genannte Gruppe und viele andere, man könnte sie Mittelschicht nennen. Was, wenn sich die Dinge so wie in der Musikindustrie entwickeln, mit Galerien wie Gagosian, Hauser & Wirth, White Cube und Zwirner, die alle 200 oder 300 Künstler weltweit managen, dann untereinander oder mit anderen fusionieren und so weiter. Kunst zu kaufen wäre etwas Unpersönliches, auch die Beziehung zwischen Galerist und Künstler. Eine Folge davon wäre, dass Künstler davon abrücken, eine innige Beziehung zu ihrer Galerie einzufordern. Eine solche Beziehung wäre zweitrangig zum Zugang zum internationalen Markt, einer Karriere und Erfolg. Ist das die Zukunft? War der Erfolg der eingangs erwähnten Gruppe in Wirklichkeit ein Ende, nicht der Anfang?

GB: Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung was passiert, aber es wirkt alles wie noch nie zuvor dagewesen – Jahr um Jahr aufs Neue. In seinem brandaktuellen Buch (ich habe es noch nicht gelesen) nimmt Thomas Piketty an (basierend auf zugegeben schlampigen Recherchen), dass die 1 % Reichen derzeit das halbe Vermögen des gesamten Planeten besitzen. Und dass das halbe globale Vermögen innerhalb der nächsten dreißig Jahre in der Hand der 0.1 % Reichsten liegen wird, und nicht nur die Mittelschicht, sondern auch die obere Mittelschicht verarmen wird. In einer solchen Situation werden Instabilität und Unruhen in allen Schichten um sich greifen (mit Ausnahme der dünnen Schicht an der Spitze). Geschlossene Wohnanlagen werden die Norm sein. Geschlossene Galerien vielleicht auch? Denn sie werden die 0.1 % bedienen – die notwendigerweise in einer stark beschützten Blase leben werden – ähnlich wie heute in Indien. Vergessen wir einmal, was das für mittlere Galerien bedeutet. Was bedeutet das für Künstler? Die „Glücklichen“, die im Rampenlicht dieses extremen Marktes stehen, verdienen enorm. Aber diese Künstler müssen mitspielen, und ein Polke zum Beispiel hätte in so einer Atmosphäre nicht überleben können. Er wäre zu unkooperativ. Welcher Typ von Künstler wird in solch einer Zukunft Erfolg haben?
Und das Galeriemodell, mit dem wir aufgewachsen sind, das unser Vorbild war – wie wir es bei Leo Castelli und Ileana Sonnabend gesehen hatten –, mit diesem Modell ist es wahrscheinlich vorbei. Die großen Galerien passen sich an und reagieren organisch auf die Ausweitung des Marktes. Im Prinzip sind sie ein Ergebnis oder ein Nebenprodukt dieser Expansion. Ich glaube nicht, dass Larry Gagosian geplant hat, 20 Galerien auf der ganzen Welt zu eröffnen. Was den Erfolg der Gruppe von Galerien betrifft, mit denen ich groß wurde, bin ich mir nicht sicher, ob er wirklich erwiesen und sicher ist. Ich spreche mit meinen Freunden über das Sterben der Mittelklasse und merke, dass wir schon mitten drinnen sind.
Die Kunst wird natürlich nie verschwinden. Aber es wird interessant sein, zu sehen, welche Form sie annehmen wird (lebendig oder tot?) in diesen neuen Riesen-Imperien, in den nächsten dreißig Jahren. Ich frage mich, ob es unvermeidlich ist, dass jede „Kunst“, die für diese Orte produziert wird, deren Interessen reflektieren und stützen und verteidigen muss. Ist das überhaupt noch Kunst? Das hat offenbar schon begonnen. Eine Echokammer der Selbstgefälligkeit. Das ist interessant, und das beste daran, es ist immer noch Kunst – im Pakt mit dem Teufel –, aber immer noch Kunst. Wie lange wird es noch dauern, bis sie nur noch ein Platzhalter sein wird für die einzige Größe, die zählt – Kapital.

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DB: Es ist ist wohl sicher eine Blase, ein weiterer Fall von „irrational exhuberance“ (irrationaler Exzess) wie Alan Greenberg 1996 die dotcom-Blase nannte. Kürzlich meinte der amerikanische Sammler Peter Brant in einem Interview für Artspace: „… Ich glaube es sind nur 50 Sammler auf der Welt, die Kunst für über mehr als zehn Millionen Dollar kaufen.“ In einem New York Times Artikel (6. Mai, 2014) wird Brett Gorvy von Christie’s zitiert: „Christie’s schätzt, dass es im Moment 141 Kunden hat, die mehr als 50 Millionen Dollar für nur eine Arbeit ausgeben können und wollen“. Das wirkt immer noch recht klein, um diesen Tulpen-Markt am Laufen zu halten. Du sagst also, dass Künstler und Kunstwerke zwangsläufig zu Echokammern von Markterwartungen werden. Werden wir dann die Entwicklung einer neuen Form von Akademismus beobachten können? Nicht einer, der von der akademischen Welt bestimmt wird, von einer künstlerischen Bewegung, einem Stil, einem Kunstkritiker oder einem -ismus, sondern von einer sittsam kodifizierten zeitgenössischen Kunstsprache, die von den meisten Kritikern, der Kulturindustrie und der Spitze des Marktes anerkannt und nachgesprochen wird. Eines ist sicher: Künstler sind nicht einverstanden mit der Situation, aber anders als im 20. Jahrhundert entwickeln sie kaum Widerstand. Als ob sie Angst davor hätten, für romantisch gehalten zu werden oder als ob man keine Wahl hätte. In dieser Hinsicht kann man noch eine andere Veränderung beobachten: Plötzlich werden Museumssammlungen, die man für unsexy hielt, zu einem sicheren Hafen, weit weg von Spekulation. In den 60ern und 70ern wollten die Künstler das Museum verlassen, jetzt sehen sie es als einen Schutzraum vor dem gierigen Markt. Wie oft sprichst du mit deinen Künstlern darüber? Was denken sie?

GB: Zuerst einmal, können wir die Vorstellung eines raffgierigen Marktes aufgeben? Wir sind bis zu einem gewissen Grad alle Teil dieses Marktes. Wir sind in irgendeinem Markt. Etwas anderes zu behaupten wäre Verleugnung und Snobismus. Aber du fragst nach Künstlern und Museen. Wie angeblich unglücklich sie mit dieser Hyper-Monetarisierung der Kunst sind. Wie die Museen und Künstler sich vom Schmutz und Gestank des „Marktes“ zurückgezogen haben. Ich glaube nicht, dass das stimmt – ich denke, das ist eine Konstruktion, um sich um die Unterscheidung von verschiedenen sozial/ökonomischen Gruppierungen leichter zu machen. Aber ich glaube diese Unterscheidungen sind zum eigenen Nutzen. Wenn das wahr wäre, dann sind diese Museen und Künstler entweder wahnhaft oder zynisch. Wir hängen da alle drinnen. Es gibt viele verschiedene Orte oder Situationen, wo sich die Interessen der Museen, Künstler und des Marktes überschneiden. Museen haben Freundesvereine, die, in Anbetracht von deren Vermögen und Einkünften aus diesen Vermögen, sehr wohl genau die aktuelle Situation wollen, die am Boom teilhaben. Die Museen nehmen ebenfalls am Wettrüsten teil und werden alle größer. Und wenn die Künstler nein sagen würden, würde das alles nicht passieren. Mein Eindruck ist, dass die Gier überall ist.

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DB: Warum jetzt diese Moral? Märkte sind nicht a priori gierig. Eigentlich ist das nicht einmal ein Markt, sondern eine irrationale und absurde Entwicklung. Wenn ich „gierig“ sage, ist das einfach nur die Beschreibung der Situation. Und auch wenn wir offenbar alle dazugehören und es kein Innen oder Außen gibt, so besteht doch immer noch Raum für Optionen. Wade Guyton hat gerade eine Serie seiner Malereien von derselben Datei wieder ausgedruckt, von der das Bild aus 2005 stammt, das jetzt am 12. Mai bei Christie’s versteigert wurde (Schätzwert $2.500.000 – $3.500.000 Dollar). Er hat die neuen Versionen auf Instagram gepostet, man sieht 10 oder 15 Mal das gleiche, oder eher ähnliche Bild. Das kann sinnlos erscheinen, besonders weil Guytons Arbeit tatsächlich dann für den den oberen Schätzwert über den Ladentisch ging. Aber immerhin hat er seine Stimme erhoben, während andere lieber mit einer lakonischen Haltung auf cool machen. Apropos Optionen, was sind die deinen? Du musst bald aus dem Gebäude in der Greenwich Street ausziehen. Ich habe immer bewundert, dass deine Galerie mehr ist als Wände, auf denen Kunst hängt, ein Ort zum Abhängen und um sich zu treffen. Und er wollte auch für die Umgebung, die Nachbarschaft wichtig sein. Viele New Yorker, Kritiker, Künstler, Galerien, sehen immer stärker Los Angeles als eine Möglichkeit. Du hast schon einen Raum dort, 356 S. Mission Road, ziehst du nun ganz nach Kalifornien?

GB: Nein, ich gehe nicht nach Kalifornien, mein Leben ist in New York. Meine Kinder sind hier. Was ich mir viel eher klar machen muss, ist „Welchen Spielraum habe ich in New York überhaupt noch? Oder in jeder anderen Stadt?“. Es gibt keinen Weg aus dieser Realität. Los Angeles ist toll, aber es ist doch fester Teil des globalen Netzwerks. Wade kann das gleiche Bild so oft er will ausdrucken und jedes Loch damit stopfen, aber das Kapital wird einen Weg hinein finden. Wir erleben im Moment eine Sintflut. Schau dir das Ergebnis dieser Versteigerung an, die sich als kuratiert verkaufte mit Sinn für die dunkle Seite der zeitgenössischen Kunst. So viel zum Thema „Sich unters Volk mischen“. Gibt es noch einen freien Raum? Nicht einen physischen Raum. Einen Ort für mentalen Rückzug und Stärke. Ein Raum mit einer Aussicht. Einen Raum für sich allein. Wie soll ich (du) in und unter der Vorherrschaft des Geldes leben und die Geschichten erzählen, die es nicht sehen kann. Die Geschichten, die im Inneren liegen. Wie Sturtevant sagen würde, wir müssen ins Herz der Kunst sehen. 

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DB: Andere Galeristen denken genauso, auch Künstler, Kuratoren und einige passionierte Sammler: Wegen des Inneren sind wir dabei, aber auch wegen der Form, die das Innere annimmt, und wie es einen Ort und einen bestimmten Raum und eine bestimmte Zeit besetzt. Ich brauche all das zusammen, das Herz allein reicht mir nicht. Ich will sehen, wie die Kunst auf unsere Realitäten trifft und was passiert, wenn ich dem begegne. Vor kurzem sagte Andro Wekua fast verärgert, dass der einzige Grund, warum er Künstler wurde, ist, um faul zu sein und nicht zu viel arbeiten zu müssen. Duchamp verbrachte viel Zeit mit Schach, Sturtevant spielte jahrelang Tennis, Rob Pruitt wurde Kellner, und Mladen Stilinovićs Text „The Praise of Laziness“ ist Kult. Das ist ein Gegensatz zum penetranten Professionalismus eines Großteils der Kunstwelt, dieses obsessive Netzwerken. Zurück zum realen Raum, was sollte ein Raum anbieten und ermöglichen? Lassen sich die Bedingungen ändern, Dinge anders zu machen? 

GB: Ich hätte auch gerne ein faules Leben. Ich glaube, dass innerhalb dieses Systems die Faulheit des einen aus der Tätigkeit eines anderen resultiert. Ich träume davon, weniger zu arbeiten. Vielleicht träume ich im direkten Verhältnis zum zunehmenden Arbeitspensum, das jedes Jahr auf mich zukommt. Wenn Wekua wirklich aussteigen würde, könnte er so faul sein, wie er wollte, aber solange er in diesem System ist, muss er sich an die Spielregeln halten. Und heutzutage heißt das, zu produzieren. Wenn es heute eine Blase an Kapital gibt, dann gibt es auch eine Blase an Aktivität als Antwort auf dieses Kapital. Wir sind alle an die Ruder gekettet und die Trommel wird schneller und schneller geschlagen. Rammgeschwindigkeit! Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Verhandlungsende geben wird. Kein sanfter Kompromiss. Die Krise ist offenbar auf ein gemeinsames Crescendo hin choreografiert. Den einzigen neuen Ort, den ich mir derzeit vorstellen kann … ist ein Schiffswrack. Hoffentlich schwemmt es uns alle an den Strand.

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Aus dem Englischen von Ruth Ritter

Gavin Brown studierte Kunst in London und kam Ende der 80er Jahre nach New York, wo er am Whitney Independent Study Program teilnahm. Er eröffnete 1994 seine Galerie Gavin Brown's Enterprise und vertritt seither Rirkrit Tiravanija, Urs Fischer, Frances Stark, Sturtevant, Mark Leckey uvm.. 1997 bis 2008 betrieb er außerdem die Künstlerbar Passerby im Meatpacking District mit einer Disco-Tanzfläche von Piotr Uklański. Er ist Mitgründer des Ausstellungsraums 356 S. Mission Rd. in Los Angeles, den es seit Anfang letzten Jahres gibt.

Daniel Baumann ist freier Kurator und Kritiker und lebt in Basel. Er war Co-Kurator der Carnegie International 2013 in Pittsburgh, Konservator der Adolf-Wölfli-Stiftung in Bern, Mitbegründer des Basler Ausstellungsraums New Jerseyy, kuratiert in Tbilisi, Georgien, seit 2004 ein laufendes Ausstellungsprojekt und ist regelmäßiger Spike-Autor.