Akzelerationismus

 Cady Noland ist ein Paradebeispiel für den Ausstieg aus der Kunstwelt, aber ihre Arbeiten zu den gewalttätigen Seiten Amerikas aus den 80ern und 90ern sprechen weiter zu uns. Das ist „Tanya“, benannt nach dem Pseudonym, das sich William Randolph Hearsts Enkelin gab, als sie der Symbionese Liberation Army beitrat, von der sie vorher gekidnappt worden war.  

Cady Noland ist ein Paradebeispiel für den Ausstieg aus der Kunstwelt, aber ihre Arbeiten zu den gewalttätigen Seiten Amerikas aus den 80ern und 90ern sprechen weiter zu uns. Das ist „Tanya“, benannt nach dem Pseudonym, das sich William Randolph Hearsts Enkelin gab, als sie der Symbionese Liberation Army beitrat, von der sie vorher gekidnappt worden war.

 

Seit der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt der Geschichte steht, sondern Netzwerke und Systeme, stellt sich die alte Frage „Was tun?" neu. Nie war es schwieriger, sich die Regeln für das eigene Handeln selbst zu schreiben als jetzt. Wie weitermachen? Akzeleration oder Ausstieg? Beides falsche Alternativen, findet Lars Bang Larsen und sucht nach neuen, fluiden Handlungsformen.

 Armen Avanessian Foto: Dirk Skiba

Armen Avanessian
Foto: Dirk Skiba

Wie kann Theorie in der Welt wirksam sein? Für Armen Avanessian nur durch Beschleuni­gung. Mit Büchern und Konferenzen zu Akze­lerationismus und Spekulativem Realismus versucht er das philosophische Denken aus den Beschränkungen der Universität zu be­freien und die Linke auf Augenhöhe mit dem Finanzkapitalismus zu bringen – neuerdings auch mit Mitteln des Kunstfilms. Was ver­spricht sich der Philosoph von der Kunst?


Ein Album als Beitrag über die Paradoxien von Popmusik. ‚Nothing‘ von Kode9, einem Erfinder des Dubsteps, ist ein wundersames Album gegen Akzeleration, gegen Entschleunigung, aber für die Hoffnung, dass es ein Weiter gibt.

 Hito Steyerl bei KOW 

Hito Steyerl bei KOW 

Eine Woche Kunst in Berlin: Auf der Messe abc, auf unzähligen Galerieeröffnungen. Mit Juergen Teller, Hito Steyerl, Karl Holmqvist und FOMO. Eine abschließende Erkenntnis: Wir leben in der Nomen- und Namenwelt.

 Helen Hester (Mitte), Armen Avanessian (rechts)

Helen Hester (Mitte), Armen Avanessian (rechts)

Das unfassbare Manifest des Xenofeminismus

 Björn Braun, Untitled (zebra finch nest), 2013 Naturfasten, Federn, Plastikblumen 12 x 14 x 15 cm Foto: Nils Klinger

Björn Braun, Untitled (zebra finch nest), 2013
Naturfasten, Federn, Plastikblumen
12 x 14 x 15 cm
Foto: Nils Klinger

 Alle Abbildungen: REVITAL COHEN & TUUR VAN BALEN H / AlCuTaAu , 2014 Edelmetalle und Gestein wurden aus technischen Gerätschaften gewonnen und in eine mineralische Form zurückverwandelt. Das künstliche Erz wurde aus Gold (Au), Kupfer (Cu), Tantal (Ta), Aluminium (Al) und Schleifstein dargestellt. Sie wurden Geräten, Anlagen und Computern entnommen, die aus einem vor Kurzem in Konkurs gegangenen Betrieb stammen.  

Alle Abbildungen:

REVITAL COHEN & TUUR VAN BALEN

H / AlCuTaAu, 2014

Edelmetalle und Gestein wurden aus technischen Gerätschaften gewonnen und in eine mineralische Form zurückverwandelt. Das künstliche Erz wurde aus Gold (Au), Kupfer (Cu), Tantal (Ta), Aluminium (Al) und Schleifstein dargestellt. Sie wurden Geräten, Anlagen und Computern entnommen, die aus einem vor Kurzem in Konkurs gegangenen Betrieb stammen.

 

Auch wenn uns der virtuelle Raum des Bildschirms eine ewige Gegenwart vortäuscht, ist die Welt voller Erinnerungen und Überbleibsel längst vergangener Technologien. Der finnische Medientheoretiker Jussi Parikka sieht in den vervielfachten Zeitlichkeiten der Medienarchäologie einen Gegenentwurf zur aktuellen Denkströmung des Akzelerationismus, der einen an der Zukunft orientierten Begriff der Beschleunigung propagiert.

 Bildbeitrag: Mikko Canini

Bildbeitrag: Mikko Canini

Der Theoretiker über seine mehrteilige Beitragsserie in Spike