Österreich

 Foto: Didi Sattmann

Foto: Didi Sattmann

Ein Gespräch zwischen Matthias Lilienthal und Anselm Franke über Christoph Schlingensiefs Projekt "Bitte liebt Österreich" (2000)

Auf der Aktion „Kunst und Revolution“ im Juni 1968, als die Wiener Aktionisten im Hörsaal 1 der Uni Wien urinierten, masturbierten und kotzten, hielt der 32-jährige Oswald Wiener begleitend eine Rede über das Verhältnis von Sprache und Denken. Ein Jahr später erschien die literarische Montage „die verbesserung von mitteleuropa. roman“. Mit ihren Ausführungen zu Linguistik und Kybernetik liest sie sich heute als verblüffende Vorwegnahme von Internet und Virtual Reality. Später wandte sich Wiener dem Dandy zu, der in der Kultivierung der Selbstbeobachtung den Unterschied zur Maschine wahrt. Hans-Christian Dany besuchte ihn in der Steiermark und sprach mit ihm über den eigenartigen Stillstand in Kunst und Wissenschaft im digitalen Zeitalter.

 Piotr Uklanski & Hermann Nitsch Photo: Wolfgang Thaler

Piotr Uklanski & Hermann Nitsch
Photo: Wolfgang Thaler

In seinem Schloss spricht die legendäre Figur der österreichischen Kunst über sein Desinteresse an Politik und das Wesen des Seins.

 Daniel Hoesl

Daniel Hoesl

Die eigensinnigen Low-Budget-Produktionen des österreichischen Filmemachers Daniel Hoesl erzählen von beispielhaften Aus- und Aufbrüchen und einem verschmitzten, postheroischen Widerstand gegen normierte Milieus. »Soldate Jeannette« ist nach acht Kurzfilmen der erste Langfilm des ehemaligen Medienkunststudenten. In dem international preisgekrönten Werk treffen sich die Fluchtbewegungen zweier Frauen auf der Kegelbahn am Land. Die großbürgerliche Fanni ist pleite und flieht vor den Zwängen ihres durch Geld bestimmten Lebens, die jüngere Anna erträgt den Machismus am Bauernhof nicht mehr.